neu Lilo & LotteWOLKE 9Öffentliche GeheimnisseAm Ende einer BegegnungZeibekikoFrau Kächele & Frau Peters - HefezopfpowerDer reifen Frau gehört die Welt
Lilo & Lotte
  • ISBN: 3-932855-15-9
  • Format: 16 x 22 cm
  • 144 Seiten
  • Hardcover mit vielen humorvollen Illustrationen
  • 19.95 EUR
  • Bestellanzahl:
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Lilo & Lotte

und ihre tierischen Freunde retten den Zoo vor der Wirtschaftskrise


Erscheinungstermin: März 2010

Lilo & Lotte ist eine lebenspralle "sozial-wirtschaftliche"-Geschichte im Zoomilieu. Dem Leser wird ein Einblick in die faszinierende Tierwelt gegeben und in die Gefühlswelt der Zootiere, die der Gefahr - der Schließung des Zoos aus wirtschaftlichen Gründen - ausgesetzt sind.
Vorbei sind die gemütlichen Zeiten im Zoo, als das Rote Riesenkänguru Lotte noch unbeschwert seine Trainingsbahnen durch das Kängurugehege hoppelte und das Papageientrio Hubert, Alfonso und Romeo noch genüsslich den Käsekuchen ihrer Patin Frau Hägele knabberte. Die Wirtschaftskrise hat ihren Weg auch in den Zoo gefunden: Das Wolfsgehege wurde aus Kostengründen geschlossen, die Wölfe verkauft, der Tierarzt gekürzt ...
Die Tiere im Zoo sind alarmiert. In einer nächtlichen, konzertierten Aktion - der "Aktion Seerose" - treffen sich die Führungstiere: Riesenkänguru Lotte und ihre arthrosegeplagte Kängurufreundin Lilo, Eisbär Artur - früher Mitglied des Ältestenrates -, sowie das schwule Papageienpaar Hubert und Alfonso nebst Huberts belesenem Sohn Romeo. Sie schmieden einen Plan, um ihren Zoo zu retten. Lilo & Lotte ist eine erzählende Geschichte mit vielen Illustrationen. Die im Dialog befindlichen Tiere haben menschliche Züge und eigene Charaktere. Sie sprechen und kommunizieren miteinander. Die Geschichte behandelt neben dem Hauptthema Wirtschaftskrise auch die privaten Themen der Tiere wie Familie, Partnerschaft, Beruf, Krankheit, Älterwerden und sexuelle Orientierung. Die Botschaft des Buches ist offensichtlich: Im Leben gibt es Situationen, die scheinen unüberwindlich zu sein. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist ein Zusammenhalt wichtiger denn je. Mit Kreativität und Engagement lassen sich viele Probleme lösen. Und es geht um den Mut, manchmal ungewohnte Wege zu gehen und Erneuerung zuzulassen. Ein Buch nicht nur für Erwachsene!


von
Susanne Kundt
Claudia Thomas
Sepp Buchegger

 

Rezensionen:



Judo Magazin 5/10



Fabelhafte Wirtschaftskrise

Frau Thomas, Sie haben Ihr Medienbeobachtungsunternehmen, das Sie gemeinsam mit Susanne Kundt geführt hatten, kurz vor der Finanzkrise verkauft. Hatten Sie genug vom Raubtierkapitalismus?
Claudia Thomas: Nein, das war nicht der Grund. Aber wir haben die Auswirkungen der Globalisierung gespürt: Wir waren zu dem Zeitpunkt in unserer Branche der letzte kleine, unabhängige Anbieter. Um weiterhin mithalten zu können, hätten wir uns stark vergrößern müssen. Deshalb haben wir nach einem weltweit arbeitenden Kooperationspartner gesucht. Aus der Kooperation wurde eine Fusion, und wir haben verkauft.

Billigfutter aus China, entlassene Tierpfleger: In Ihrem Buch spürt ein Zoo die Auswirkungen von Globalisierung und Finanzkrise - und steht kurz vor dem Bankrott. Die Tiere retten ihn, indem sie mit einem Fest die Besucherzahlen ankurbeln. Ist das nicht eine sehr einfache Lösung?
Claudia Thomas: Manchmal sind die einfachen Lösungen die besseren Lösungen. Darüber hinaus soll unser Buch vor allem unterhaltsam sein und keine Anleitung für Wirtschaftsleute, wie sie ihre Firma flott kriegen.
Susanne Kundt: Wir wollen vor allem zeigen: Man kann viel bewegen, wenn alle an einem Strang ziehen. Jeder ist informiert und darf mitmachen.

Fehlt es in Unternehmen an diesem Gemeinschaftssinn?
Claudia Thomas: Es fehlt manchmal an Kreativität, nicht immer nur auf den ausgetappten Wegen zu bleiben.
Susanne Kundt: Die Tiere gründen zum Beispiel ein Informationsteam, das immer alle über den Stand der Planungen unterrichtet. Ich finde es sehr wichtig, dass in einer Firma jeder weiß, was los ist, und es nicht erst aus der Presse erfährt. Denn so kündigen viele Arbeitnehmer innerlich und fühlen sich nicht mehr mit ihrer Firma verbunden. Wir zeigen in dem Buch, dass es wichtig ist, alle, auch die Kleinen, einzubeziehen und zu hören.
Claudia Thomas: Das demente Nashorn wird nicht rausgekickt, sondern integriert. In Firmen ist es oft so, dass die vermeintlich Schwachen ausgesondert werden.

Liegt da viel Potenzial der Mitarbeiter brach?
Susanne Kundt: Ja, Chefs müssten die speziellen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter erkennen und fördern wollen.

Wird stattdessen lieber viel gejammert?
Claudia Thomas: In der Krise gab es anfangs eine Phase, in der mehr darüber geredet, als nach Lösungen gesucht wurde. Aber das hat ja auch seine Berechtigung. Man muss das, was passiert ist, thematisieren.

Ein depressiver Eisbär, egoistische Pfauen, intellektuelle Papageien und zwei zupackende Kängurudamen. Ist dieser Zoo ein Abbild unserer Gesellschaft?
Claudia Thomas: Wir haben uns vorher genau überlegt, welche Charaktere wir brauchen, denn wir wollten neben der Wirtschaftskrise auch noch anderes thematisieren. Zum Beispiel das Alter und seine Probleme.

Saßen Sie beim Schreiben gemeinsam vor dem Computer?
Susanne Kundt: Ja. Und wir haben sehr viele Rollenspiele in unserer Wohnküche gemacht. Wir haben uns in die Figuren versetzt und überlegt, wie würde der Eisbär oder das Känguru jetzt reagieren.
Claudia Thomas: Wir waren auch oft in der Wilhelma, haben die Tiere beobachtet. Dass sich die Tiere im Buch am Seerosenteich treffen, ist natürlich auf die Wilhelma gemünzt.

Sie haben selbst Katzen. Was kann man von Tieren lernen?
Susanne Kundt: Ich habe mir schon viele Schwimmtechniken in unserem Aquarium abgeguckt.
Claudia Thomas: Sie zeigen einem den Blick aufs Wesentliche im Leben wie Ruhe, Natur, Schlafen, Essen.


Sonntag Aktuell vom 11.04.2010



Kängurus bekämpfen die Krise
Ostfilderinnen stellen ihr Erstlingswerk auf der Leipziger Buchmesse vor
Das Thema Finanzkrise bewegt, frustriert, macht betroffen. Viele Menschen resignieren. Nicht so zwei Frauen aus Ostfildern: Claudia Thomas und Susanne Kundt schrieben eine motivierende Tierfabel über die Wirtschaftskrise. Das Buch zeigt auf humorvolle Weise, dass auch unüberwindlich scheinende Situationen gemeistert werden können. Am Wochenende stellten die Frauen ihr Buch auf der Leipziger Buchmesse vor.
"Ich wollte schon immer ein Buch über Tiere schreiben", erzählt Claudia Thomas.
Ihr Kater Mozart springt auf den Tisch und die 48-Jährige krault ihm liebevoll den Kopf. "Am liebsten über Tierbabys. Aber der Hype mit Knut, Flocke und Wilbär war so groß, dass ein weiteres Buch wohl untergegangen wäre." Schließlich seien sie auf die Idee gekommen, in Form einer Fabel über die Probleme und Sorgen älterer Tiere zu schreiben.
"Unsere Verlegerin Jolanta Gatzanis kannten wir schon länger. Wir fragten sie um Rat und sie war begeistert und wollte das Buch mit uns machen", erzählt Susanne Kundt.
Die Tierliebhaberinnen sind seit Jahren Mitglied im Förderverein der Wilhelma. "Wir gingen also in die Wilhelma und beobachteten ganz genau die verschiedenen Tiere, um sie lebensechter beschreiben zu können", erzählt Claudia Thomas von den Recherchen. "Vor allem am Eisbärgehege waren wir stundenlang und konnten ein paar Beobachtungen direkt ins Buch übernehmen." Knapp neun Monate schrieben die Frauen dann gemeinsam an ihrem Buch. Zunächst legten sie die Charakterzüge der Figuren fest, erklärt Claudia Thomas. Das sei wichtig, damit es im Lauf der Geschichte nicht zu Unstimmigkeiten komme. Anschließend habe sie mit ihrer Lebensgefährtin jeden Tag geschrieben und in Rollenspielen ausprobiert, was ihre Figuren am besten sagen könnten. "Wir haben uns damit gegenseitig inspiriert und die Story entwickelte sich immer weiter." Entstanden ist eine berührende Geschichte, die neben der Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit auch Liebe, Homosexualität und Krankheit thematisiert.
"Das Buch ist nicht nur für Kinder gedacht, sondern auch für Erwachsene", erklärt Susanne Kundt.
Rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse war das Buch fertig und konnte dort präsentiert werden. "Die Messe war toll", erzählt Susanne Kundt. "Ich habe mich extra als Känguru verkleidet, denn die Kängurus Lilo und Lotte sind ja die Hauptcharaktere in unserem Buch."
Es sei allerdings nicht so leicht gewesen, ein Känguru-Kostüm aufzutreiben, berichtet die 49-Jährige. Sie habe ein Hasen-Kostüm gekauft und ihre Mutter habe es dann umgenäht. Ob sie noch weitere Bücher schreiben werden, wissen die beiden Ostfilderinnen noch nicht. "Ideen für eine Fortsetzung sind da", sagt Claudia Thomas lächelnd.
Von Rebecca Stahlberg (Stuttgarter Wochenblatt, 25.03.2010)



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