"Out of the Dark" - 30 Jahre Sammlung Lütze

Jetzt sitzen wir also da an Sylvester, ohne Böller, Fondue und Partydeko. Die gute Nachricht: Es gibt zig spannende Möglichkeiten, den Jahreswechsel zu begehen - zum Beispiel mit einem guten Glas Wein und (virtuellem) Kunstgenuss. Unser Tipp, und der passt optimal zur Zeit nach der Wintersonnwende: die Ausstellung "Out of the Dark - 30 Jahre Sammlung Lütze" der Galerie Stadt Sindelfingen.

Zum 30-Jährigen Bestehen der Galerie präsentiert das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst seine Sammlung, die von Privatsammler Diethelm Lütze in den 1980er-Jahre aufgekauft wurde,  buchstäblich in neuem Licht - und digital facettenreich inszeniert auf outofthedark-galerie-sindelfingen.de.

Sie besteht hauptsächlich aus "südwestdeutscher Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts und vor allem Positionen des 20. Jahrhunderts, bis in die Gegenwart" und umfasst rund 2000 Werke, von Gemälden über Plastiken und Skulpturen bis zu Arbeiten auf Papier. Auch unser G:sichtet1-Künstler Thomas Heger ist vertreten.

"Je nach Kultur aber auch je nach Stimmung können Helligkeit und Dunkelheit für sowohl positive Emotionen und negative Emotionen stehen. Wir verbinden Dunkelheit im metaphorischen Sinne oftmals mit Krieg, Trauer und Tod. Die sogenannten Blaue Stunde, die Zeit, wenn die Sonne untergeht und sich durch den veränderten Lichteinfall auch die Wahrnehmung verändert, gibt die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen", so die Kuratoren Madeleine Frey, Sebastian Schmitt und Moritz Schwörer zum Konzept der Ausstellung.

Die Dunkelheit bietet Raum für Phantasie und Mystik, sie kann die Kreativität fördern oder auch ein Gefühl der Entspannung vermitteln. In unseren Städten gibt es quasi keine Dunkelheit mehr, da wir durch künstliches Licht die Nacht zum Tag machen." Entsprechend ist die Ausstellung in zwei Teile gegliedert:

Dem dunklen Teil mit dem Titel "Hello Darkness my old friend"sind in einem Fünferzyklus "eher dunkle Bilder des späten 19. Jahrhunderts" zugeordnet, zum Beispiel von Anselm Kiefer, Steffen Osvath und Franz von Stuck sowie die Petersburger Hängung.

Im "hellen Teil" dominieren "weiße Bilder der Nachkriegskunst". Hier finden Besucher vor allem Kunstwerke nach 1945. Der Wunsch nach Aufbruch und Erneuerung ist hier zentrales Thema, unter anderem in Werken von Oskar Holweck, Alfonso Hüppi oder in "Cut" von Thomas Heger. Für das Sujet der Vase bediente sich Heger der Technik der Papierschnitts, sie weckt Assoziationen zur griechischen Antike. Foto oben: Thomas Heger "Cut", 2003/04, 30x24 cm

Zudem wurden die KünstlerInnen Anna-Maria Bogner, Künstler Benjamin Hönsch und Steffen Osvath eingeladen, die Ausstellung, die auch virtuell begeistert, mit ihren zeitgenössischen Positionen zu bereichern. "Dank der Leihgabe der Sammlung Froehlich Stuttgart, können wir auch eine Ikone der Minimal Art zeigen, eine Arbeit von Dan Flavin."

 


Out of the Dark
30 Jahre Sammlung Lütze
in der Galerie Stadt Sindelfingen

outofthedark-galerie-sindelfingen.de

 

 

30/12/2020 / Von: Nicole Carina Fritz / Kunst & Kultur

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