Kunstvoller März auf den Fildern

Der Frühling lässt auf sich warten und bei den nasskalten Temperaturen machen wirs uns gerne drinnen gemütlich. Wenns zur Abwechslung ein bisschen Kunst sein darf: auf den Fildern gibts diesen Monat zwei spannende Ausstellungen zu entdecken.

Unterm Titel "Wiedervorlage" zeigt Galeristin und G:sichtet2-Protagonistin Karin Abt-Straubinger Plakate und Objekte von Klaus Staek. Die von Klaus Honnef kuratierte Schau, zeigt 50 Jahre wechselvolle deutsche Geschichte aus der Perspektive des politischen Künstlers und Aktivisten Klaus Staek.

Zu sehen ist eine repräsentative Auswahl aus Klaus Staeks umfangreichem Werk: Mehr als 300 Plakate und Objekte zeigen "eindringlich, dass viele der politischen, sozialen und kulturellen Probleme ungelöst blieben, obwohl seit Jahrzenten auf der politischen Tagesordnung.

Nicht wenige davon haben sich mittlerweile sogar noch bedrohlich verschärft: Klimawandel, bezahlbare Mieten, Fremdenhass, Gewaltbereitschaft und Bildung sind nur die wichtigsten Themen. Nichts ist erledigt, ist Staecks Devise. Deshalb der Titel seiner Ausstellung bei Abtart: 'Wiedervorlage'.

Staeks verbale und visuelle Sprache ist griffig, klar und komplex zugleich. Seine künstlerische Methode beruht in der Regel auf Travestie, die Mittel sind Satire und Ironie." Und auch wenn der Künstler den kritischen Blick auf die Realität mit pragmatischen Lösungsmöglichkeiten verbindet, ist "Wiedervorlage" keine Ausstellung, um sich selbstgefällig zurück zu lehnen: Sie ist vielmehr aus "gutem Grund ein wiederholter Aufruf an jeden Einzelnen, jede Einzelne, endlich aufzuwachen und anzupacken. Politik ist eine Sache, die alle betrifft. Jederzeit.", so die Galeristin.

Ein paar Kilometer weiter, in der Städtischen Galerie Ostfildern, entführt Robert Stengs Ausstellung "Brettspiele" in außergewöhnliche Welten: "Der strategische Spielführer Robert Steng spielt mit unserer Wahrnehmung und ermöglicht eine intuitive Kunsterfahrung", so Galerieleiterin und G:sichtet2-Herausgeberin Holle Nann.

In den Wand- und Raumarbeiten des Stuttgarter Künstlers "treffen Masse und Leichtigkeit, Räumlichkeit und Bewegung aufeinander" - ein spannendes Seherlebnis aus alten Hölzern, die ihre eigenen Geschichten in sich tragen und von künstlerischer Hand neu inszeniert werden. In manchen Kunstwerken sieht man den Fundstücken ihre Herkunft an, andere erhalten eine völlig neue Anmutung.

Auch in diesem Fall ist der Ausstellungstitel doppelbödig: "Der Titel 'Brettspiele' veranschaulicht Stengs Umgang mit den Fundstücken aus dem vertrautem Material Holz, das er in freie geometrische Formen verwandelt und so ein spielerisches Seherlebnis mit illusionistischer Wirkung ermöglicht. Auch wenn das Holz eine Metamorphose erfährt, bleibt es als solches erkennbar. Es bedarf eines zweiten Blickes, denn die Kunstwerke changieren zwischen Relief und raumgreifendem Objekt bzw. Installation."

Foto oben: Robert Steng "was vom Fasse übrig blieb", 2019.

 


Klaus Staek
Wiedervorlage - Plakate und Objekte

bis 20. März 2020

Öffnungszeiten:
Di-Fr 14-19 Uhr +
nach Vereinbarung

Galerie Abtart
Rembrandtstr. 18
Stuttgart-Möhringen

www.abtart.com



Robert Steng
Brettspiele

bis 17. März 2020

Öffnungszeiten:
Di, Do 15-19 Uhr, Sa 10-12 Uhr
So 15-18 Uhr

Öffentliche Führung:
15. März 2020, 16 Uhr

Städtische Galerie Ostfildern
Stadthaus im Scharnhauser Park
Gerhard-Koch-Str. 1
Ostfildern

www.ostfildern.de

 

 

11/03/2020 / Von: Nicole Carina Fritz / Kunst & Kultur

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